Zu lautes eigenes Auto ist keine Entschuldigung für Martinshorn-Überhören

Wenn Polizei und Rettungs­kräfte die Sirene am Fahrzeug einschalten, eilt es. Andere Verkehrs­teilnehmer müssen Platz machen. Doch was ist, wenn ihr lautstarkes Auto das Martinshorn überhörb­ar macht?

Autofahrer müssen immer ihrer Pflicht nachkommen, für Einsatz­fahrzeuge mit eingeschaltetem Martinshorn Platz machen. Ein zu lautes eigenes Auto kann dabei nicht als Ausrede gelten. Das zeigt ein Urteil des Kammer­gerichts Berlin (Az.: 3 Ws (B) 11/20).

Bild von Henning Westerkamp auf Pixabay
Bild von Henning Westerkamp auf Pixabay

Autofahrer überhört Martinshorn

In dem Fall ging es um einen Autofahrer, der ein sich von hinten näherndes Einsatz­fahrzeug mit aktiviertem Martinshorn nicht sofort vorbei­gelassen hatte. Für sein Fehl­verhalten kassierte der Mann ein Bußgeld, das er nicht zahlen wollte. Durch sehr laute Eigen­geräusche seines Fahrzeuges habe er die Sirene nicht gehört und daher zu spät reagiert, lautete sein Argument.

Bußgeld trotz laute Eigengeräusche seines Fahrzeuges gerechtfertigt

Die Sache ging vor Gericht – und das entschied zugunsten der Behörde. Der Autofahrer musste also zahlen. Auch wer ein Auto fährt, das bekannter­maßen sehr laut ist, müsse seinen Pflichten nachkommen, entschieden die Richter. Und in Kenntnis der Lautstärke sei dann ein besonders aufmerksames Beobachten der Lage nötig, um das nur eingeschränkte Wahrnehmen von Geräuschen ausgleichen zu können.