Wenn das Zuhause kein sicherer Ort ist

Lange Zeit wurde nicht mehr so viel über Gewalt in Partnerschaften gesprochen wie aktuell in der Corona-Pandemie. NGOs, Medien und Politik, aber auch Betroffene selbst sorgen sich um einen Anstieg geschlechtsspezifischer Gewalt aufgrund der verhängten Kontakt- und Ausgangssperren. »Stay at home« kann negative Auswirkungen für gewaltbetroffene und von Gewalt bedrohte Frauen, Kinder und andere vulnerable Gruppen haben. Im Artikel werden Perspektiven aufgegriffen, die oft wenig präsent sind. Zugleich wird auch auf Herausforderungen in der Arbeit der auf geschlechtsspezifische Gewalt spezialisierten Fachberatungsstellen eingegangen.

Der Virus verschärft die Situation

Aufgrund der COVID-19-Pandemie ist geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen in der medialen Debatte und breiten Öffentlichkeit sehr präsent. Erfahrungen aus China oder Frankreich bestätigen, was Fachberatungsstellen für Betroffene von Gewalt auch in Deutschland nicht ausschließen. In der aktuellen Situation, mit den seit einigen Wochen anhaltenden Einschränkungen im öffentlichen Leben und erforderlichen Quarantänemaßnahmen, kann die Gefahr für Frauen und Kinder, psychische, physische und sexualisierte Gewalt zu erfahren, zunehmen. So hat das bundesweite Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen innerhalb eines Zeitraums von zwei Wochen eine Zunahme an Anrufenden um 17 Prozent verzeichnet1.

Doch der Bundesverband der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe in Deutschland (bff) und die ihm angeschlossenen Fachberatungsstellen2 wissen: Das eigene Zuhause ist zu oft kein sicherer Ort – das war auch vor der Corona-Pandemie schon der Fall. Studien belegen, dass in Deutschland jede vierte Frau Gewalt durch den eigenen Partner oder Ex-Partner erlebt. Jährlich werden etwa 150 Frauen vom eigenen Partner oder Ex-Partner getötet. Jede siebte Frau erlebt sexualisierte Gewalt – auch hier sind die meisten Täter den Betroffenen bekannt. 40 Prozent aller Frauen haben seit ihrem 16. Lebensjahr körperliche und/oder sexuelle Gewalt erlebt. Ungefähr jede achte erwachsene Person in Deutschland hat sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend erlebt. Die WHO schätzt, dass in Deutschland eine Million Kinder von sexueller Gewalt betroffen waren oder sind.3

Der Coronavirus und damit verbundene Ausgangsbeschränkungen sind nicht die Ursache für geschlechtsspezifische Gewalt, können aber die Situation für gewaltbetroffene Personen oder von Gewalt bedrohte Personen verschärfen. Räumliche Enge, deutlich weniger direkter Kontakt zum sozialen Netzwerk oder Familienangehörigen, zunehmende finanzielle Sorgen und Existenzängste, notwendige Kinderbetreuung, die häufig von Frauen übernommen wird, können Risikofaktoren für Gewalt sein. Bei Beziehungen, die bereits zuvor durch Gewaltdynamiken geprägt waren, kann die aktuelle Situation das Risiko für Frauen, erneut Gewalt zu erleben, erhöhen. Zugleich ist es für Betroffene von Gewalt schwieriger, sich Unterstützung und Hilfe von außen zu holen, wenn der gewalttätige Partner oder das gewalttätige Elternteil immer anwesend ist und vermehrt Kontrolle ausüben kann. Auch sind Freundinnen, Bekannte oder Arbeitskolleginnen und -kollegen meist wichtige Unterstützungspersonen. Bei Kindern und Jugendlichen ist der Kontakt zu Lehrpersonen oder Sozialarbeitenden oft hilfreich, um (familiäre) Gewalt zu erkennen und in der Situation zu helfen. Schwierig ist die Situation auch für Betroffene, deren Gewalterfahrung lange Zeit zurück liegt und denen bisher hilfreiche Möglichkeiten der Verarbeitung nicht mehr zur Verfügung stehen.

Bedeutung des digitalen Raumes

Aufgrund der Kontaktbeschränkungen verschieben sich soziale Kontakte noch stärker in den digitalen Raum, der jedoch keineswegs frei ist von gesellschaftlichen Machtverhältnissen und Diskriminierungen. Ein Anstieg von rassistischer und antisemitischer Gewalt on- und offline, insbesondere gegen Personen, denen »asiatisches Aussehen« zugeschrieben wird, wurde bereits von verschiedenen Initiativen festgestellt4. Digitale Gewalt innerhalb von Partnerschaften spielt bereits seit einiger Zeit eine immer größere Rolle. Finden soziale Interaktionen, die gesamte private und berufliche Kommunikation oder auch die Hilfesuche bei Gewalt ausschließlich mit eigenen Endgeräten im heimischen WLAN-Netzwerk statt, wird schnell deutlich, welche Dimension das Überwachen von Online-Konten und Abfangen von Informationen zum Beispiel mittels Stalkerware haben kann. Ist der gewalttätige Partner in der Lage E-Mails, Messenger-Nachrichten oder etwa Suchmaschinenanfragen mitzulesen, kann allein ein Hinweis auf Informationen oder Beratung zu geschlechtsspezifischer Gewalt zu einer massiven, teils lebensgefährdenden Zuspitzung der Gewaltdynamik führen.5

Fachberatungsstellen unterstützen auch bei dieser digitalen Form und bei vielen weiteren Formen geschlechtsspezifischer Gewalt, darunter Gewalt in Partnerschaften, sexualisierte Gewalt in Kindheit, Jugend und Erwachsenenalter, Stalking, psychische Gewalt oder auch sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz. Fachberatungsstellen sind weiterhin telefonisch, per E-Mail oder Online-Beratung erreichbar und senden das wichtige Signal an Betroffene und deren Bezugspersonen, dass sie ihnen auch in der aktuellen schwierigen Zeit zur Seite stehen. Sie verzeichnen seit Beginn der COVID-19-Pandemie gleichbleibend hohe Anfragenzahlen von Betroffenen, aber auch von nahestehenden Unterstützungspersonen. Die Beraterinnen gehen davon aus, dass viele Betroffene von Gewalt erst Kontakt zu Hilfsangeboten aufnehmen werden, wenn sich die akute Krisensituation etwas »beruhigt« hat, um einen Umgang mit der erlebten Gewalt zu finden. Aber auch die Fachberatungsstellen haben notwendigerweise zu Beginn der COVID-19-Pandemie sehr schnell ihre Angebote umgestellt. Die Ausweitung digitaler oder telefonischer Beratungs- und Kontaktangebote kann dabei vor allem u.a. denjenigen zugutekommen, für die es bisher schwer oder kaum möglich war, eine Beratungsstelle aufzusuchen, so beispielsweise Menschen mit sozialen Ängsten, depressiven Erkrankungen oder körperlichen Behinderungen. Doch nicht alle Betroffenen von Gewalt können in gleichem Maße die digitalen oder telefonischen Unterstützungsangebote der Fachberatungsstellen nutzen, und für viele aus besonders vulnerablen Gruppen ist der Weg ins Unterstützungssystem ohnehin oft erschwert. Das Risiko, Gewalt zu erleben, dürfte sich in der aktuellen Situation für die meisten von ihnen auch erhöhen. Im Folgenden sollen daher verschiedene Lebenslagen genauer betrachtet werden, da genau diese Perspektiven zugleich oft in der medialen Debatte selten vorkommen bzw. deutlich unterrepräsentiert sind.

Situation wohnungsloser und obdachloser Personen

Die aktuelle Krisensituation stellt wohnungs- und obdachlose Menschen vor große Herausforderungen. Menschen, die kein Zuhause haben, sind stärker denn je auf Unterstützung angewiesen. »Stay at home« zur Reduzierung des Ansteckungsrisikos ist keine Option für diejenigen, die kein (festes) Zuhause haben. Die soziale Distanzierung und das Einhalten wichtiger Maßnahmen zum Infektionsschutz sind in mit Mehrbettzimmern ausgestatteten Sammelunterkünften nicht umsetzbar. Auch die medizinische und sanitäre Versorgung sowie die Lebensmittelversorgung gestalten sich deutlich schwieriger, da viele mobile Anlaufstellen und Angebote weggebrochen sind und Hilfsangebote wie Kältebusse oder Essensausgaben eingestellt wurden. Häufig erfahren obdachlose und wohnungslose Personen physische oder auch rassistische Übergriffe auf der Straße. Geschlechtsspezifische Gewalt ist sehr häufig der Grund für Obdachlosigkeit von queeren Jugendlichen und Frauen, auch auf der Straße sind sie sexualisierter und körperlicher Gewalt ausgesetzt. So haben 92 Prozent der obdachlosen Mütter in ihrem Leben körperliche oder sexualisierte Gewalt erfahren, 13 Prozent wurden innerhalb der letzten zwölf Monate vergewaltigt.6 Dennoch sind Informationen und der Zugang zu Hilfsangeboten oft zu hochschwellig, das war auch vor der Corona-Krise bereits der Fall. So ist der Zugang zum Internet häufig nicht gegeben und aktuell aufsuchende Beratungsangebote nicht möglich.

Situation in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe und Altenhilfe

Einer repräsentativen Studie zufolge erleben viele Frauen mit Behinderungen, die in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe leben, strukturelle und geschlechtsspezifische Gewalt7. In stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe kommt es nicht selten zu gewaltvollen Übergriffen durch Mitbewohner oder das Betreuungspersonal, da gegebene Strukturen Übergriffe erleichtern und die Gefahr der Aufdeckung von Gewalt verringern. Frauen mit Behinderungen beschreiben außerdem tiefgreifende Einschränkungen ihrer Selbstbestimmung. Darunter zählen das Wohnen in Mehrbettzimmern ohne abschließbare Sanitäranlagen und ein unzureichender Schutz der Privats- und Intimsphäre. Aktuell ziehen notwendige Infektionsschutzmaßnahmen vielerorts Kontakt- und Ausgangssperren und eine noch stärkere Isolierung für die dort Lebenden nach sich. Ähnlich ist die Situation in vielen Alten- und Pflegeheimen. Für gewaltbetroffene Frauen, die in stationären Einrichtungen leben, ist es oft sehr schwierig, Hilfsangebote außerhalb der Einrichtung zu kontaktieren. Durch die gegebenen Ausgangsbeschränkungen ist die Hilfesuche nach erlebter Gewalt nochmals erschwert oder gar unmöglich. Zugleich können sich bestehende Abhängigkeiten und Gewaltdynamiken aufgrund der stärkeren Isolierung zuspitzen.

Beraterinnen aus Fachberatungsstellen berichten, dass die Online-Beratung und auch die telefonische Beratung für viele Menschen mit Lernschwierigkeiten mit mehr Herausforderungen verbunden sind als direkte Beratung. Zugleich fehlen den Fachberatungsstellen ausreichende finanzielle Mittel für die Verdolmetschung in Deutsche Gebärdensprache (DGS) oder die Übersetzung in Leichte Sprache. Die aktuelle Situation birgt zudem die Gefahr, diskriminierende und defizitäre Sichtweisen auf Menschen mit Behinderungen zu verschärfen. Aktivistinnen und Aktivisten mit Behinderungen sowie Selbstvertretungsorganisationen betonen etwa, dass vorliegende Behinderungen kein Entscheidungskriterium in klinisch-ethischen Empfehlungen zur Triage sein dürfen.

Situation für LGBTIQA+

Auch LGBTIQA+8 sind besonders von geschlechtsspezifischer Gewalt und Diskriminierung betroffen. Spezifische Unterstützungsstrukturen werden vorwiegend aus der eigenen Community heraus organisiert und viele Beratungsangebote basieren auf ehrenamtlicher Tätigkeit, die derzeit ebenfalls erschwert ist. Eine Untersuchung der Fachhochschule Münster und der Berliner Universitätsklinik Charité stellte fest, dass sich während der Corona-Krise besonders trans und asexuelle Menschen einsam fühlen (ca. 50 Prozent gegenüber ca. 15 Prozent bei heterosexuellen und cis Menschen.)9 Einsamkeit, die u. a. in gesellschaftlicher Ausgrenzung und Diskriminierung begründet ist, ist ein relevanter Faktor bei Depressionen und kann sich durch pandemiebedingte Isolation zuspitzen.

Situation Geflüchteter in Unterkünften

Auch in großen Sammelunterbringungen und Anker-Zentren ist die aktuelle Situation für die dort lebenden Geflüchteten gefährlich. Mediale Berichte aus Unterkünften in verschiedenen Städten, darunter Ellwangen oder Halberstadt, zeigen, dass ein wirksamer Schutz vor Infektionen nicht realisierbar ist. Ganze Unterkünfte stehen unter Quarantäne, die Geflüchteten sind aber weiterhin in (oft nicht abschließbaren) Mehrbettzimmern mit beengten Verhältnissen und wenig Privatsphäre untergebracht. Die Essensversorgung erfolgt zentralisiert und häufig gibt es nur eine unzureichende Anzahl sanitärer Anlagen. Solche Bedingungen verunmöglichen nicht nur eine soziale Distanzierung, sondern erhöhen das Ansteckungsrisiko. Noch prekärer ist die Situation für Geflüchtete in großen Flüchtlingslagern wie Moria oder Samos in Griechenland. Bereits vor der Pandemie waren Hygiene- und Unterbringungsstandards für die dort Lebenden unhaltbar. Diese schlechten Bedingungen befördern einerseits den Ausbruch verschiedener Krankheiten und bieten zugleich keinerlei Schutz vor Gewalt.

Ebenso waren Geflüchteten-Unterkünfte auch schon vor der COVID-19-Pandemie keine sicheren Orte für Frauen und Kinder und andere von Gewalt betroffene oder bedrohte Personen. Häufig kommt es zu Übergriffen in Unterkünften, Maßnahmen zum Schutz vor Gewalt greifen oft nicht oder nur unzureichend. Die Täter sind neben den eigenen Partnern oft andere Bewohner, aber auch Securitys oder weiteres Personal der Unterkunft. In der aktuellen Situation sind Betroffene von Gewalt bei auferlegter Quarantäne im schlimmsten Falle den Tätern schutzlos ausgeliefert. Die Kontaktaufnahme zu einer Beratungsstelle oder einem Frauenhaus ist deutlich schwieriger.

Fachberatungsstellen betonen, dass ihnen weiterhin unbürokratische Wege der Finanzierung von Dolmetschleistungen – als Voraussetzung für eine niedrigschwellige Unterstützung – fehlen. Auch ist die telefonische Beratung zu dritt mit einer Dolmetscherin oder einem Dolmetscher eine Herausforderung.

Das ist zu tun – erst recht jetzt in Krisen-Zeiten

Es gibt keine Maßnahmen, die allen Betroffenen in gleichem Maße helfen und auch die hier benannten besonders vulnerablen Gruppen sind keineswegs homogen. Die Unterstützung bei geschlechtsspezifischer Gewalt erfordert einerseits individuelle und differenzierte Ansätze und andererseits gesamtgesellschaftliche Anstrengungen, die gesellschaftliche Ungleichheiten in den Blick nehmen. Die spezialisierten Fachberatungsstellen haben sich genau dieser Aufgabe angenommen, seit nunmehr über 30 Jahren.10 In der aktuellen öffentlichen Debatte müssen zugleich die Belange und Bedarfe besonders vulnerabler und schutzbedürftiger Personen stärker beachtet werden. Um Geflüchtete vor Gewalt und einer Ansteckung besser zu schützen, fordern der bff und viele andere Organisationen die dezentrale Unterbringung in Wohnungen in Deutschland und die Evakuierung der großen Lager, unter anderem in Griechenland. Nur so kann ein effektiver Schutz vor einer Ansteckung mit dem Sars-Cov-2-Virus, aber auch der Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt, ermöglicht werden. Einen solchen umfassenden Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt für alle Betroffenen, unabhängig von Alter, Herkunft oder einer Behinderung fordert die Istanbul-Konvention11, die Deutschland im Jahr 2018 ratifiziert hat und die seitdem geltendes Recht ist. Geltendes Recht seit dem Jahr 2009 ist zudem die UN-Behindertenrechtskonvention, das internationale Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Darin ist der Schutz von Menschen mit Behinderungen vor allen Formen von Gewalt und Diskriminierung deutlich festgeschrieben. Ein solcher Schutz muss auch in gleichem Maße in Einrichtungen der Behindertenhilfe gelten.

Die Corona-Pandemie stellt auch die spezialisierten Fachberatungsstellen selbst vor große Herausforderungen – und dennoch gerät deren Situation trotz der großen Aufmerksamkeit auf geschlechtsspezifische Gewalt schnell aus dem Fokus. Es gibt noch immer zu viele Orte und Regionen bundesweit, in denen Betroffene keine Anlaufstellen finden, wenn sie Gewalt erlebt haben, oder die Wege dahin sehr weit sind.12 Fachberatungsstellen arbeiten seit Jahren am Limit ihrer Kapazitäten bei stetig steigenden Anfragen und einer unsicheren Finanzierung, die nicht selten jährlich neu beantragt werden muss. Die Istanbul-Konvention besagt, dass flächendeckend niedrigschwellig erreichbare Hilfsangebote zur Verfügung stehen müssen.

Vielen Fachberatungsstellen fehlen nicht nur jetzt die finanziellen Mittel für den Ausbau technischer Möglichkeiten. Zugleich befürchten einige aktuell stärkere finanzielle Einbußen, weil ein Großteil der Eigenmittel aufgrund abgesagter Fort- und Weiterbildungen wegfällt. Beratungsstellen sind in einigen Bundesländern bisher nicht als systemrelevant eingestuft. Allerdings ist es für Beraterinnen nur schwer möglich, Betroffenen von Gewalt Sicherheit und Stabilität in der Bewältigung (schwerer) Gewalterfahrungen zu geben, ohne eine gewisse Sicherheit bezüglich der eigenen Arbeitsbedingungen zu haben.

Die aktuelle Krisensituation erfordert demnach schnelle und unbürokratische Unterstützungen für Fachberatungsstellen, damit diese ihr Angebot aufrechterhalten und bei gegebenenfalls steigenden Bedarfen entsprechend ausweiten und vulnerable Gruppen noch erreichen können. Dazu gehören wichtige finanzielle Hilfen für die notwendige Beschaffung und Implementierung von technischen oder Softwarelösungen für telefonische und Onlineberatung. Beratungsstellen benötigen mehr Gelder für Übersetzungsleistungen, um Frauen mit Behinderungen und Flucht- und Migrationsgeschichte niedrigschwellig unterstützen zu können. Die Anerkennung als systemrelevante Einrichtungen ist ein wichtiges Signal sowohl für Beraterinnen, als auch für Betroffene von Gewalt. Denn wer mit dem Rücken an der Wand steht, kann anderen nicht den Rücken stärken. Es bleibt zu hoffen, dass die öffentliche Aufmerksamkeit zum Thema geschlechtsspezifische Gewalt nach der Krise zu den dringend nötigen Maßnahmen und langfristigen strukturellen Verbesserungen führen wird.